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Das Geheimnis der Kreativität: Ha. A. Mehler

Mehler ist davon überzeugt, dass man sich im Kreativitätsprozess durch nichts „beeinflussen“ (er sagt „begrenzen“) lassen darf. Er wettert förmlich, dass Kreativitätstechniken oder irgendwelche inhaltlichen Beigaben in einen Kreativitätsprozess hinein völliger Unsinn und kontraproduktiv wären. Er schreibt ausschweifend von Da Vinci, Voltaire, Marco Polo u.a., interessant in der Länge aber wenig aufschlussreich.

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Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt: Christoph Keese

Ich kaufte das Buch, da ich wissen wollte, was alles so in Sachen Digitalisierung, Startup-Szene und ähnliches im Silicon Valley passiert. Christoph Keese beschreibt dies sehr schön, besonders gut gefällt, dass er selbst dorthin gereist ist und sich 6 Monate angesehen hat, wie die Menschen und Unternehmen dort agieren. Facebook, Google, Amazon, Ebay und viele andere bekannte und (uns) noch nicht bekannte Firmen werden genau beleuchtet.
Für mich ist dieses Buch etwas ganz besonderes, allerdings in anderer Weise, als das andere gute Bücher sind: Es beschreibt schon fast zu gut und zu sachlich die radikalen Tendenzen, die die unglaublich finanzkräftigen Firmen des Silicon Valleys so an den Tag legen und was sie in der Welt der Digitalisierung anzustreben gedenken. Ich fand es erschütternd und fast schon frustrierend zu lesen, mit welcher (aus Sicht eines Europäers) Rücksichtslosigkeit diese Firmen „ihr Ding machen“ ohne Rücksicht auf Verluste, Eigentumsrechte, Datenschutz und Ethik. Beim Lesen war ich fast immer etwas bedrückt, da die Ohnmacht, in der wir uns schon jetzt befinden, nur zu deutlich wird.
Muss man unbedingt lesen, auch wenn die herausgearbeiteten Erkenntnisse einem nicht gefallen können.

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der allesverkäufer – Jeff Bezos (Brad Stone)

Eine interessante, etwas umfangreiche Abhandlung zur Ausnahmepersönlichkeit von Jeff Bezos und zu den Aufbaujahren von Amazon.
Ein sehr (etwas zu) detailliertes Buch zu den Aktivitäten von Jeff Bezos und Amazon bis in das Jahr 2012. Es wimmelt nur so von Bezügen zu Meetings und handelnden Personen und das Buch ist somit sehr glaubwürdig. Es vermittelt fast den Eindruck eines Tagebuchs, man springt häufiger vorwärts und rückwärts. Für mich war allerdings oft nicht mehr nachzuvollziehen, wer eigentlich wer war und warum er was getan hat. Man hätte der Klarheit zur Liebe sicherlich auf viele Details verzichten können. Für die Anzahl an Kernthemen (eigentlich nur „die ultimative Kundensicht von Bezos“) ist der Umfang deutlich zu groß. Aber egal, man kann recht gut nachvollziehen, wie sich Amazon entwickelt hat und welche Praktiken vorherrschen. Die Fokussierung von Jeff Bezos „auf die Zufriedenheit des Kunden“ wird sehr sichtbar, so auch seine individuelle Intelligenz, sein strategisches Denkvermögen, seine Methodenstärke, seine visionäre Kraft und seine außerordentliche Persönlichkeit. Man bewundert zweifelsohne den „Typ“, sicherlich am Ende aber nicht die Methoden von Amazon hinter den Kulissen. Ich hätte gerne noch etwas mehr über die Trickkiste und die Prinzipien des Jeff Bezos gelesen, deutlich mehr als das, was beschrieben wurde, z.B. die „Sechs Grundwerte“ und etwas zu seinen organisations-Prinzipien.
Ein Buch für jeden, der die Denke von Jeff Bezos und Amazon kennenlernen möchte.

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The Lazy Way to Success (Fred Gratzon)

Guter, wertvoller Inhalt, der Argumentationsschwächen beinhaltet und mit einem Buchtitel versehen wurde, der nicht zum Inhalt passt
Fred Gratzton vertritt die These, dass man faul sein kann und sogar muss, um erfolgreich sein zu können. Er sagt selbst auch, dass diese These für viele Leser irritierend sein kann. Für mich gilt genau das, auch nach wirklich intensiver Lektüre des Buches. Dass „Faulheit“ im Geiste des Wortes wirklich gemeint ist, kann man kaum glauben, denn dies erschließt sich gar nicht aus seinen Ausführungen. Mich beschlich die ganze Zeit das Gefühl, dass entweder der Titel nicht zum Inhalt passt oder die Übersetzung ins Deutsche vielleicht unbeabsichtigt eine andere, abweichende Semantik in den Inhalt gebracht hat. Vielleicht war Fred Gratzon aber auch so sehr darum bemüht, einen provokativen Titel für sein Buch zu finden, dass er gar nicht mehr gemerkt hat, dass dieser nicht recht passen will…
Das Ganze ist umso auffälliger, weil das Buch sehr viele wertvolle Aussagen in sich trägt. Man stolpert nur immer wieder über den nicht vorhandenen Bezug zur „Faulheit“. Viel besser wäre die Aussage gewesen, dass „man seine Berufung suchen, finden und dann konsequent folgen soll. So findet man Erfüllung, so dass sich Arbeit gar nicht mehr wie Arbeit anfühlt, sondern eben totale Erfüllung und mühelos ist“. So wäre ein Schuh daraus geworden.
Irgendwie ist die interne Logik seiner Argumentation in Gänze nicht gelungen und auch die Recherche zu Innovations-Größen wie Edison ist schief gegangen, denn der war ein Workaholic, wenn auch ein erfüllter und sehr erfolgreicher (und garantiert nicht faul). Ausgerechnet Edison zu zitieren ist so unpassend wie nur was. Und nur zu oft fragte ich mich beim Lesen „Wo kommt denn dieser Punkt nun her?! Wie passt das in den aktuellen Kontext des aktuellen Kapitels!?“. Darüber hinaus unterliegt die Argumentation zu Interesse – Spielen – Fun – Spaß – Erfolg einem Logikfehler und führt zu unzutreffenden Schlüssen (auch wenn die jeweiligen Einzelaussagen zutreffend sind). Richtig gut fand ich den Hinweis in Kapitel 14, wo Herr Gratzon auf Professoren losgeht und denen vorwirft, sie würden Studenten ein „Sammelsurium zusammenhangloser Fakten“ überschütten (da musste ich wirklich heftig grinsen).
Wichtige und wertvolle Themen und Botschaften sind: () das man keine Zeit verschwenden soll, () Effizienzen zu nutzen sind, () man das Gehirn anstatt der Muskeln benutzen soll, () dass man alles bewerkstelligen kann, () man immer bessere Methoden der Arbeit entwerfen kann, () Schlauheit gut ist, () Effektivität ist gut, () Hingabe gut ist, () man aus Fehlschlägen lernen kann () Flow auch gut ist, uswusf. … nur hat das alles nichts mit Faulheit zu tun… Positiv fallen die netten und inhaltsreichen Skizzen auf.
Ich kann ich die Lektüre des Buchs noch empfehlen, denn es zwingt den Leser nur zu gut auf den eigentlich wichtigen Punkt, „sein Dharma zu suchen, zu finden und zu leben“. Preis-Leistung empfinde ich als „an der Grenze“.
P.S. Danke an Fred Gratzon, denn er verweist auf die „Transzendentale Meditation“, ein wertvolles Thema, dass ich so neu kennenlernen durfte und das ich (nach Lektüre eines passenden Buches dazu) als sehr relevant erfahren durfte!

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Fokus: Konzentration lernen in Zeiten der Ablenkungen (Leo Babauta)

Hilfreiche Erkenntnisse zum Thema Ablenkung und Konzentration auf das Wesentliche

Leo Babauta hat eines von nicht sehr vielen Büchern verfasst zur Frage, was Konzentration stört und wie man sich das Leben im Zeitalter von online und Konzentrationsverlust vereinfachen kann. Ich halte das Thema für ultimativ relevant und habe viel gute Aspekte im Buch gefunden, und auch in der Praxis ausprobiert. Für mich war ein entscheidender Aspekt, dass „man sich des Problems der andauernden Störung durch Online-Medien überhaupt erst einmal bewusst wird. Facebook, WhatsApp, Email, Instant Messaging u.v.a.m. hageln jeden Tag auf uns ein und wir fühlen uns verpflichtet, darauf zu reagieren. Andauernde Unterbrechungen von Arbeit und Gedankengängen sind der Effekt, gepaart mit einem enormen Produktivitätsverlust durch „mentale Rüstzeiten“.
Babaute arbeitet das Thema recht breit ab, sogar bis hin zur Facette „Eltern“ und wie die sich damit befassen könnten. Er schlägt auch vor, ohne Ziele zu arbeiten. Das halte ich nicht für den richtigen Schluss, viel passender wäre, den Umgang mit Zielen so zu justieren, dass das Positive aus beiden Welten wirken und doch Zufriedenheit auch beim Nutzen von Zielen aufkommen kann. Sicherlich hätte man das Buch durchaus kompakter hinbekommen können, das soll aber keine Kritik sein. Für die nächste Auflage würde ich empfehlen, eine Passage zu ergänzen, die empirische Daten (Statistiken) bringt, die den Konzentrations- und resultierenden Zeitverlust heutzutage quantifizieren.
Ich habe das Buch gerne gelesen, es ist interessant und verständlich geschrieben, und ich kann es als relevantes Werk mit wichtigen Erkenntnissen und klarer Struktur empfehlen.

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Made to Stick (Chip Heath and Dan Heath)

Ein sehr relevantes und meisterhaft geschriebenes Buch zur Frage, wie man Inhalte („Ideas“) so formuliert, dass sie ankommen und haften bleiben
Die Brüder Heath beschreiben ihre Methode „SUCESS“, die – in einfacher und sehr zugänglicher Weise – beschreibt, wie man Gedanken oder Inhalte („ideas“) aufbereiten und vorbringen muss, damit der Empfänger sie aufnehmen möchte und sie „ankommen“. Kompakt gesagt geht es darum, dass: What we simply need is a simple, unexpected, concrete, credentialed and emotional story for our ideas to make them stick at the audience.
Das Buch ist – natürlich – sehr gut aufbereitet und ist sehr zugänglich. Es „stickt“, macht Spaß und man kann es in einem durchlesen. Man wird persönlich erreicht und die zahlreichen Beispiele aus der Praxis belegen eindrucksvoll die Richtigkeit des Beschriebenen. Ich hatte gehofft, endlich mal eine solche Aufbereitung zu finden, denn das Thema ist von allergrößter Relevanz für das tägliche Arbeiten und Kommunizieren.
Chip und Dan Heath sind natürlich Experten im Fach der Vermittlung und das beweisen sie in der Aufbereitung ihres Buches.
Der Preis ist sehr moderat und absolut angemessen für Umfang und Qualität.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen für Freunde von lebendig geschriebenen Sachbüchern

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Psychologie – Wie uns Willenskraft erfolgreich macht (Hrsg. GEO)

Über die Fähigkeit, sich beherrschen zu können und mittels Willenskraft das zu erreichen, was man möchte.

Die Fähigkeit, sich beherrschen zu können (Selbstdisziplin zu haben), ist ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor im Leben, um Kontrolle zu haben und das zu erreichen, was man möchte. Willenskraft ist hier das Thema und wie man sie trainieren kann. Kurz und kurzweilig.

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Durch die Decke denken – Design Thinking in der Praxis (Juergen Erbeldinger und Thomas Ramge)

Ein umfangreiches, vielleicht etwas zu wenig fokussiertes aber letztlich doch lesenswertes…

… Buch über Design Thinking, die sich dahinter verbergenden Grundideen und das Vorgehen. Akzentuiert werden die ultimative Kundenorientierung, der Nutzen der Kunden-Beobachtung und die Erfordernis, dass sich Unternehmen in Zukunft ganz neu aufstellen müssen, geleitet an den Prinzipien des Design Thinkings. Die Aufgabe des Managements muss sich demnach fundamental verändern, wenn man die Copycats der Zukunft abwehren will.

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Show your Work (Austin Kleon)

Kleon vertritt eine andere Sicht auf die Frage, ob, wann und in welchem Umfang man seiner Umwelt von seinen Arbeiten berichten soll…

… und er ist der Auffassung, dass erst „Geben“ kommt bevor „Nehmen“ möglich ist. Auch die Möglichkeit, kreative Ideen auf diesem Weg schnell zu proben, beschreibt er. Das man sich dazu ein Netzwerk aufbauen muss, empathisch vorgehen soll und eine Story zu seinen Ideen zurechtlegen muss, ist sehr einleuchtend.