(10/17) Ideenentwickeln in der eigenen Organisation ist doch nicht so einfach …

Mit den fünf in den letzten beiden Blog-Posts beschriebenen Charakteristika für das Entwickeln von Ideen scheint alles klar zu sein, alles ganz einfach. Betrachtet man aber, was eine Organisation in der Realität ihres Tagesbetriebs so alles umzusetzen vermag, kommt man ins Grübeln darüber, was in Sachen Ideenentwicklung intern tatsächlich möglich ist. Oder wie würden Sie Ihre eigene Situation einschätzen? Kann Ihre Organisation genug kreative Energie für das Entwickeln wirklich neuer Ideen investieren? Haben Sie ganz akut auch Fragestellungen auf dem Tisch, für die im besonderen Maße Kreativität und neuartige Antworten gefragt sind? Erhalten Sie dazu aus der eigenen Organisation neue Impulse und frische Ideen für wirklich neue Services (wie „Wearable Devices“), Hinweise auf neue zu erschließende Märkte (wie „Wohnraumvermietung“) oder sogar ganz neue Geschäftsmodelle (wie „Social Media Commerce“)?

Etwas kann die interne Organisation in Sachen Ideenfindung schaffen

Ein Unternehmen ist in der Lage, einen Innovationsmanagementprozess zu definieren, Methoden zu entwickeln und sie zu etablieren. Auch lässt sich die interne Analyse des Unternehmens initiieren. Einfache Innovationen lassen sich so ableiten.

Nun wird es etwas schwieriger

Schon schwieriger wird es, intern eine tragfähige Analyse von Branche und Märkten vorzunehmen, Kundenpräferenzen zu erfassen und Technologietrends zu erkennen. Auch die selbstkritische Bewertung der Tragfähigkeit des eigenen Geschäftsmodells intern ganz unabhängig zu erstellen, ist gar nicht so einfach. Die Kollegen, denen man das Mitwirken in Kreativitätsprozessen zutraut, sind meist auch Leistungsträger in Projekten und verantwortlich im Linienbetrieb. Am Ende fehlt es ihnen zum Mitwirken in Kreativprozessen an Kraft und Energie. Gleichermaßen herausfordernd ist, im internen politischen Umfeld echtes Querdenken zu etablieren: Eventuell resultierende Durchbruchsinnovationen würden ja vielleicht Altbekanntes und Geliebtes ablösen – ein nicht immer willkommener, nicht immer gerne unterstützter Gedanke.

Weitere Hindernisse bestehen

Es ist fast unmöglich, intern wirkliche Unbefangenheit und Unabhängigkeit herzustellen. Für Interne ist es schwierig, andere Perspektiven einzunehmen (Betriebsblindheit?), echte Kreativität freizusetzen und ganze Lösungsräume auszunutzen. Darüber hinaus können Interne zeitliche und emotionale Zwänge des Tagesbetriebs oft nicht überwinden. Auch lässt sich die benötigte Konzentration auf die Aufgabenstellung des Ideenentwickelns regelmäßig nicht herstellen. Zudem ist es zweifelhaft, ob eine interne Organisation die benötigte Kenntnis zu (Mega-)Trends, Markt-/Branchenveränderungen und dem gesellschaftlichen Wandel kontinuierlich selbst vorhalten kann.

Daher entstehen am Ende meist doch nicht die benötigten revolutionären Ideen

Theoretisch ist klar, was warum und wie zu tun ist. In der Unternehmensrealität zeigt sich aber, dass das Suchen nach marktüberflügelnden Ideen intern nur schwerlich gelingt. Man ist durch den Tagesbetrieb gebremst und kratzt an der Oberfläche. So lassen sich nicht die revolutionären Ansätze für den zukünftigen Erfolg finden, ebenso wenig solche schillernden Ansätze, die helfen, Wettbewerber langfristig zu überflügeln.

Nur woher sollen dann die neuen Ideen kommen, wenn deren Entwicklung intern nicht gelingt?

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