The Lazy Way to Success (Fred Gratzon)

Guter, wertvoller Inhalt, der Argumentationsschwächen beinhaltet und mit einem Buchtitel versehen wurde, der nicht zum Inhalt passt
Fred Gratzton vertritt die These, dass man faul sein kann und sogar muss, um erfolgreich sein zu können. Er sagt selbst auch, dass diese These für viele Leser irritierend sein kann. Für mich gilt genau das, auch nach wirklich intensiver Lektüre des Buches. Dass „Faulheit“ im Geiste des Wortes wirklich gemeint ist, kann man kaum glauben, denn dies erschließt sich gar nicht aus seinen Ausführungen. Mich beschlich die ganze Zeit das Gefühl, dass entweder der Titel nicht zum Inhalt passt oder die Übersetzung ins Deutsche vielleicht unbeabsichtigt eine andere, abweichende Semantik in den Inhalt gebracht hat. Vielleicht war Fred Gratzon aber auch so sehr darum bemüht, einen provokativen Titel für sein Buch zu finden, dass er gar nicht mehr gemerkt hat, dass dieser nicht recht passen will…
Das Ganze ist umso auffälliger, weil das Buch sehr viele wertvolle Aussagen in sich trägt. Man stolpert nur immer wieder über den nicht vorhandenen Bezug zur „Faulheit“. Viel besser wäre die Aussage gewesen, dass „man seine Berufung suchen, finden und dann konsequent folgen soll. So findet man Erfüllung, so dass sich Arbeit gar nicht mehr wie Arbeit anfühlt, sondern eben totale Erfüllung und mühelos ist“. So wäre ein Schuh daraus geworden.
Irgendwie ist die interne Logik seiner Argumentation in Gänze nicht gelungen und auch die Recherche zu Innovations-Größen wie Edison ist schief gegangen, denn der war ein Workaholic, wenn auch ein erfüllter und sehr erfolgreicher (und garantiert nicht faul). Ausgerechnet Edison zu zitieren ist so unpassend wie nur was. Und nur zu oft fragte ich mich beim Lesen „Wo kommt denn dieser Punkt nun her?! Wie passt das in den aktuellen Kontext des aktuellen Kapitels!?“. Darüber hinaus unterliegt die Argumentation zu Interesse – Spielen – Fun – Spaß – Erfolg einem Logikfehler und führt zu unzutreffenden Schlüssen (auch wenn die jeweiligen Einzelaussagen zutreffend sind). Richtig gut fand ich den Hinweis in Kapitel 14, wo Herr Gratzon auf Professoren losgeht und denen vorwirft, sie würden Studenten ein „Sammelsurium zusammenhangloser Fakten“ überschütten (da musste ich wirklich heftig grinsen).
Wichtige und wertvolle Themen und Botschaften sind: () das man keine Zeit verschwenden soll, () Effizienzen zu nutzen sind, () man das Gehirn anstatt der Muskeln benutzen soll, () dass man alles bewerkstelligen kann, () man immer bessere Methoden der Arbeit entwerfen kann, () Schlauheit gut ist, () Effektivität ist gut, () Hingabe gut ist, () man aus Fehlschlägen lernen kann () Flow auch gut ist, uswusf. … nur hat das alles nichts mit Faulheit zu tun… Positiv fallen die netten und inhaltsreichen Skizzen auf.
Ich kann ich die Lektüre des Buchs noch empfehlen, denn es zwingt den Leser nur zu gut auf den eigentlich wichtigen Punkt, „sein Dharma zu suchen, zu finden und zu leben“. Preis-Leistung empfinde ich als „an der Grenze“.
P.S. Danke an Fred Gratzon, denn er verweist auf die „Transzendentale Meditation“, ein wertvolles Thema, dass ich so neu kennenlernen durfte und das ich (nach Lektüre eines passenden Buches dazu) als sehr relevant erfahren durfte!

thinktory weiterempfehlen (vielen Dank dafür!) ==>Email this to someone
email
Share on Facebook
Facebook
Pin on Pinterest
Pinterest
Share on Google+
Google+