Von der Kunst, mehr Informationen besser aufnehmen zu können: Die Six Frames von Edward de Bono

Die Frage, welche Informationen relevant sind, um „passende Kreativität“ entstehen lassen zu können, ist eine wichtige. Wenn z.B. Firmen Ideen für neue Produkte oder die Erschließung neuer Märkte generieren, braucht es – bei aller Freiheit des kreativen Denkens – schon einen Bezugspunkt zur Realität. So ist es immer hilfreich, sich sehr klar über die jeweilige Aufgabenstellung zu sein (das ist eine „Information“). Auch ist es z.B. wichtig zu wissen, über welche Stärken und Werte (Assets) ein Unternehmen verfügt, auf denen die Strategien der Zukunft fußen sollen (auch das sind „Informationen“). Daher ist es sehr wichtig für jeden Thinker, sich mit dem effizienten Umgang mit Informationen zu beschäftigen.

Six-frames_de-BonoEdward de Bono befasst sich in seinem Buch „Six Frames: For thinking about information“ mit der Frage, wie man Informationen (zu Dingen, Situationen oder im täglichen Tun) konsumiert. Heutzutage wird das allermeiste übersehen – die Informationsflut ist zu groß, und das nicht nur bedingt durch moderne Medien. Wir sind umgeben von Informationen und Impulsgebern, so dass es in der Tat schwer fällt, Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen und das, was wir eigentlich an Informationen aufnehmen wollen, zu identifizieren. Ohne Übung versuchen wir „alles“ aufzunehmen, was uns an Informationen umgibt. Im Ergebnis verzetteln wir uns so aber und es dringt am Ende zu wenig bis zu uns durch. Das ist deswegen bedauerlich, da unser Gehirn eine enorme Speicher- und Verarbeitungskapazität hat und wir diese bei Weitem nicht ausnutzen. Wir könnten also sehr leicht viel mehr Informationen aufnehmen und Wissen daraus machen, wenn wir unsere Aufmerksamkeit geeigneter lenken würden. Dazu müssen wir „nur“ unser Denken etwas anpassen bzw. die „Six Frames“ zur Hilfe nehmen, um uns selbst zu sortieren. Grundlage ist die Erkenntnis, dass das Gehirn sehr viel besser funktioniert und aufnimmt, wenn es weiß „was kommt“. Gelingt es uns, unser Gehirn also etwas auf die anstehenden Informationen vorzubereiten, nimmt es Unmengen mehr auf, als es das in ungeübtem Zustand kann.

De Bono stellt eine Art Framework vor, das hilft, seine Aufmerksamkeit und Konzentration bewusst auf wichtige Informationen zu richten und diese zu speichern. Es handelt sich dabei nicht um Konzepte, um seine Merkfähigkeit zu erhöhen. Es dreht sich mehr um die Frage, wie man – ganz bewusst und systematisch – seine Konzentration so lenkt, dass eben die relevanten Informationen erkannt und aufgenommen werden. Auch wenn dieser Ansatz etwas theoretisch anmutet, so ist doch bemerkenswert, wie einfach das Prinzip ist. Die „Six Frames“ sind gewissermaßen sechs Ansatzpunkte, die helfen, Konzentration und Aufnahme von alltäglichen Informationen zu verbessern. Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um diese sechs Felder, in denen unsere Aufmerksamkeit ausgerichtet und die Informations-Aufnahme deutlich gesteigert werden können:

  1. Informations-„Ziele“ (was wollten / könnten wir mit der vor uns liegenden Information anfangen!?)
  2. Informations-Akkuratesse (Einschätzung der Richtigkeit / Gültigkeit der Information)
  3. Blickwinkel (wer hat die Information in /für welchem Kontext erstellt!?)
  4. Interesse (Ausrichtung der Wahrnehmung auf Interessantes)
  5. Wert (Mehrwert der Information erkennen)
  6. Ergebnis (was liegt da genau an Informationen vor uns auf dem Tisch?!)

Wenn wir Informationen mit diesen sechs Aspekten betrachten und etwas sortieren, hat es unser Gehirn ganz leicht, sie zu verarbeiten und zu speichern. Eine ganz andere Verarbeitung und Speicherung von Informationen wird möglich. De Bone hat mit seinen Six Frames wieder einmal eine verblüffend einfache und leistungsfähige Methode für diejenigen geschaffen, die sich mit Denken und Kreativität befassen.

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